Tech-Anzug, Reiskorn drin

Ich baue gerade eine Haustür für ein “Promi-Niveau”-Haus.
Hier habe ich das Gerüst gebaut und die Dämmung sauber und ohne Spiel eingelegt.
Auf beiden Seiten wird Sperrholz ordentlich aufgeklebt, und der Bereich, der später das Fenster wird, wird ausgeschnitten.

Als Nächstes wollte ich die Deck- bzw. Finish-Bretter auf die Oberfläche aufleimen, aber irgendwie fühlte sich das Holz noch nicht trocken genug an – also habe ich abgebrochen.
Bei so etwas reicht es nicht immer, dass das Feuchtemessgerät “gute Werte” zeigt.
Es gibt Dinge, die merkt man erst, wenn man es wirklich bearbeitet.
Also lagere ich die ursprünglich geplanten Bretter erst einmal ein und bin neues Material besorgen gegangen.
Diesmal sollte es klappen… vermutlich.

Dass wir längst in einer Inflationsära leben, dürfte mittlerweile jedem klar sein.
Wenn du heute ein Haus für 30 Millionen Yen kaufst und 5 Millionen Yen Eigenkapital hast:
Wäre ich heute 30 und würde kaufen, dann würde ich diese 5 Millionen nicht anfassen,
sondern das Haus zu 100% über 30 Millionen Yen finanzieren – und die 5 Millionen investieren.
Wenn du auch nur rund 2% Rendite hinbekommst, ist der Hypothekenzins im Grunde “neutralisiert”.
Bei 2% Zinseszins werden 5 Millionen in 10 Jahren zu 6 Millionen. Auf 1 Million Gewinn fallen normalerweise etwa 20% Steuern an – aber mit dem NISA-Rahmen eines Ehepaares kann die Steuer auch null sein.
Nimmst du einen Volltilger mit festem Zinssatz über die gesamte Laufzeit, 2% p.a., 35 Jahre, dann liegt die Monatsrate für 30 Millionen Yen bei ungefähr 100.000 Yen.
In zehn Jahren dürften Löhne wegen Arbeitskräftemangel und steigender Preise höher sein – dann könnten sich 100.000 Yen wie 50.000 Yen “heute” anfühlen.
In einer Inflationsära sind vielleicht die schlauer, die sich zu festen Zinsen verschulden…
Die Haltung “Schulden sind böse” ist nicht unbedingt falsch. Aber das ist ein Satz, den nur Menschen sagen können, die bar kaufen können.
Wenn du ohne Kredit nicht kaufen kannst und trotzdem daran festhältst – wie soll deine Zukunft dann aussehen…?
Also: Worin investieren…?
Dasselbe Phänomen sieht man auch in der Investmentwelt. Selbst große Indexfonds wie der S&P 500, die als “solide” gelten,
hängen in Wahrheit stark von der Marktkapitalisierung weniger Mega-Tech-Unternehmen ab.
Man nennt es “diversifiziertes Index-Investing”, aber wenn man den Deckel hebt, ist es faktisch nur eine konzentrierte Wette auf Mega-Tech.
Ich habe große Zweifel, wie lange diese verzerrte Struktur auf lange Sicht tragen kann.
Und inzwischen schreitet die Kommoditisierung von SaaS-Funktionen rasant voran.
Dann tauchen Firmen auf, die einfach einem Tech-Kostüm ein “KI-Haarband aus dem Don Quijote” aufsetzen und das Innovation nennen.
Wenn man diese “Zwischenhändler-Matroschka” Schicht für Schicht abzieht, bleibt am Ende manchmal nur ein Reiskorn übrig – solche Firmen gibt es reichlich.
Am Ende ist es egal, ob es um Miso, Kochtöpfe oder Häuser geht. Unternehmen, die sich die Hände schmutzig machen, bodenständig Dinge herstellen,
nah am Alltag der Menschen sind und echten, greifbaren Wert liefern.
Ich glaube, dass genau diese Art von stiller, jahrelanger Arbeit in unserer Nähe in einer Welt voller “Luftgeschäfte” am Ende am zuverlässigsten und am stärksten ist.









